Seit diesem Jahr hat der Jugendkader Rheinland zwei neue Trainer. Wir berichteten bereits von der ersten Kadersichtung und gleichzeitig erstem Training mit Ralf und Nadja Wohllaib. Während dieses Trainings haben wir uns auch mit den beiden getroffen, um ein kleines Interview mit ihnen zu führen.

 

Ihr beide habt schon eine langjährige Erfahrung mit Islandpferden und könnt auf viele Erfolge zurückblicken. Wie fing eigentlich alles an?

 

Ralf: Ich hatte schon im Jahr 1979 mit Islandpferden zu tun und lange mit dem Gestüt Aldenghoor zusammen gearbeitet. 95 haben wir uns dann mit Borbeck selbstständig gemacht. Dennoch haben wir stets 3-5  Pferde aus Aldenghoor trainiert.

 

Nadja: Ich war auch ab 95 in Aldenghoor mit an Bord bis sich das Gestüt 2009 aufgelöst hatte.

 

Ihr habt in dieser Zeit viele unterschiedliche Pferde trainiert. Welche Pferde sind euch besonders in Erinnerung geblieben?

 

Ralf: Es fallen mir spontan mehrere Pferde ein. Svört frá Aldenghoor ist zum Beispiel ein besonderes Pferd. Eins der Pferde, die ich noch deutlich vor Augen habe ist auch Kári frá Aldenghoor. Das war ein Pferd, dass seiner  Zeit voraus war. Er ging schon damals, wir sprechen von 1993 Pass in toller Haltung.

 

Nadja: Das haben auch viele heute noch in Erinnerung, dass Ralf und Kári da Vorreiter waren. Bei mir ist es Naela frá Skardi. Sie bringt eine unglaubliche Fähigkeit für den Fünfgang mit sich. Nicht umsonst hatte sie eine 10 für Temperament. Ich weiß noch als ich sie beim Probereiten das erste Mal im Wald ritt und sie mir dann im Pass durchging, da wusste ich, wenn man das kontrolliert auf die Bahn bringt, ist dieses Pferd genial. So war es dann auch. Sie ist ein Ausnahmepferd, mit 7 Jahren wurde sie schon Deutscher Meister im Fünfgang und war 2001 Finalteilnehmer der Fünfgang der WM. Und sie hat dieses Talent auch ihrem Sohn Eldur mitgegeben.

 

Was war der schönste Moment, denn ihr mit Pferden erlebt habt?

 

Ralf: Ich muss ehrlich sagen, trotz all der WM Teilnahmen und der Titel, das allerschönste war Wickrath 2008, als ich mit Litför frá Aldenghoor gewonnen hatte. Doch nicht der Sieg war der schönste Moment, sondern die Stimmung in der Halle. Die Leute haben immer weiter applaudiert, obwohl wir die Bahn schon verlassen hatten. Sie haben so lange geklatscht, bis wir wieder hereinkamen und dann war der Jubel kaum zu halten. Das war der Wahnsinn. Und die Stute hat mir meine Theorie bewiesen, dass die wirklich guten Tölter auch viel Pass haben müssen, für die Balance.

 

Nadja: Bei mir war es  letztes Jahr auf dem OSI auf Töltmyllan. Zum ersten Mal hatte ich mit Eldur die 9 für den Pass von allen 5 Richtern bekommen hatte. Einfach unglaublich wie die Gefühle da mitschwingen.

 

Ist das Training der Rheinlandjugend nun eine neue Herausforderung für euch?

 

Nadja: Ich hatte bereits einige Jahre einen Vereinskader trainiert, dennoch ist jede neue Gruppe eine schöne neue Herausforderung.

 

Ralf: Es war richtig toll, dass man bei der Trainersuche an uns herangetreten ist, wir selber hatten gar nicht darüber nachgedacht uns zu bewerben, aber es ist das schönste Feedback, wenn man gefragt wird. Wir haben hier beim Training schon viele talentierte Jugendliche und tolle Pferde gesehen, das wird richtig Spaß machen mit ihnen zu trainieren, auch wenn 3 Termine im Jahr eigentlich zu wenig sind.

 

Was könnt ihr den Reitern mitgeben, die vielleicht demnächst gerne in den Kader möchten, oder leider schon zu alt sind?

 

Ralf: Man muss sein Ziel kennen und es klar verfolgen, ein bisschen hier, ein bisschen da, bringt auf Dauer nix. Da muss man sich einen Trainer oder eine Trainingsmethode nehmen und an einem Strang ziehen. Und vor allem muss man hinter dem stehen was man tut.

 

Vielen Dank für das Gespräch, wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und vor allem viel Spaß beim Training der Rheinlandjugend!