Seminare

12. Seminar des LV Rheinland "Pferdegerecht satteln in Theorie und Praxis"

 

Am 20. Juli 2013 fand das 12. Seminar des Landesverbandes Rheinland statt. Thema des Tages war ein Utensil, dass tagtäglich in tausenden von Ställen und schon seit Jahrhunderten benutzt wird: der Sattel. Er ist vom Pferderücken gar nicht mehr wegzudenken und einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände in der Reiterwelt. Da ist es nur verständlich, dass es an der Zeit wurde, diesem Mittelstück zwischen Reiter und Pferd ein eigenes Seminar zu widmen.

 

Mit Sabine Brück, die bereits seit 15 Jahren Satteldruckmessungen durchführt, und der Sattelmeisterin Luzie Wagner konnten zwei kompetente Seminarleiterinnen für dieses Thema gewonnen werden. Sabine und Luzie verstehen sich als Vermittler zwischen Pferd, Reiter, Sattler und Händler und widmen sich in erster Linie der Gesundheit der Pferde, sowie einer pferdegerechten Ausrüstung. Dadurch konnten die Seminarteilnehmer von ihrem Fachwissen und Erfahrung profitieren und jede Menge lernen. Es ist erstaunlich wie viele Irrtümer in der Reiterwelt noch herrschen, doch an diesem Tag wurde wenigstens einer kleinen Gruppe geholfen, mit einigen Sattelmythen aufzuräumen.

 

Los ging es mit dem theoretischen Teil, der in dem Café „Zur Römerquelle“ in Nettersheim abgehalten wurde. Hier wurde besprochen, wie man die Anzeichen erkennen kann, dass der Sattel eventuell Probleme bereitet und wann eine Satteldruckmessung sinnvoll wäre. Zudem wurde geklärt was eine Satteldruckmessung überhaupt ist, wie sie funktioniert und was das Messbild anzeigt. Wie viel Druck kann ein Pferderücken überhaupt aushalten und was heißt das im Reitergewicht übertragen? Wir üben immer Druck aus, sobald wir aufsitzen, doch wenn der Sattel nicht ideal liegt oder passt, kann sich der Druck an einigen Stellen verstärken und Probleme auslösen, die nicht bei jedem Pferd gleichstark oder auf gleicher Weise zu erkennen sind.

 

Auch der Einfluss der Sattelunterlage und des Sattelgurtes wurde angesprochen und die ersten Fehler, die die Reiter bei der Sattelung machen, wurden aufgezeigt. Denn nicht jede Sattelunterlage, die wahre Wunder verspricht, ist wirklich gut und für den Pferderücken geeignet. Auf der anderen Seite sind Sattelunterlagen, die schon seit Jahrzehnten im Keller eingelagert werden vielleicht doch die bessere Wahl, als das neuste Stück auf dem Markt.

 

Zudem wurde ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, Dinge über Sattelungen, die man als Verbraucher nicht unbedingt gewusst hätte, oder wüssten Sie, was Ihnen zum Beispiel rechtlich beim Sattelkauf zusteht? Auch das Innenleben eines Sattels, die verschiedenen Baumarten und wie sie hergestellt werden, der Unterschied zwischen Gussbaum, Stahlfederbaum und baumlosen Sätteln wurde anschaulich näher gebracht. Und dann hieß es anfassen und selber schauen, was man lieber zwischen sich und seinem Pferd hätte, als die unterschiedlichen Füllungen gezeigt wurden.

 

Nach der Mittagspause ging es zu der Reitanlage des IPN Roderath um zum praktischen Teil überzugehen. Erst wurde die Anatomie des Pferdes mit Hilfe von Kreide und natürlich einem lebenden Exemplar genau erklärt. Jetzt konnte man auch sehen wie ein Sattel liegen sollte, eine Frage, die im Islandpferdebereich leider noch immer sehr viel Nachholbedarf hat. Auch die Frage zur Gurtlage und der Gurtung an sich wurde geklärt. Zum Abschluss wurde noch eine Satteldruckmessung in allen Gängen demonstriert. Deutlich konnte man sehen, wie sich der Druck an manchen Stellen, je nach Biegung oder Gangart, erhöhte.

 

Es war ein sehr lehrreiches Seminar, das sowohl für Pferdebesitzer und Trainer äußerst informativ war. Und neben all dem gelernten stimmte auch die Stimmung. Schön war es. Für all diejenigen, die es bereuen nicht vor Ort gewesen zu sein, gibt es noch am 9. November in Königswinter die Chance, ein ähnliches Seminar von Sabine Brück und Luzie Wagner zu besuchen. Der Termin wurde bereits bei facebook mit Uhrzeit und Ort eingestellt.

 

Weitere Informationen zur Satteldruckmessung gibt es auf der Hompage von Sabine Brück.

 

 


Das 11. Seminar „Rund um den Islandpferdesport“ des LV Rheinland:
„Pferdeosteopathie - der faire Weg zum Erfolg“
mit einer sehr engagierten Susanne Bramkampals Referentin war eine runde Sache!
Mit 28 Teilnehmern war das Seminar sogar etwas überbucht.

Den Vormittag verbrachten wir mit anschaulich vermittelter Theorie im W...armen. Die Fragen der interessierten Teilnehmer, von der Referentin kompetent beantwortet, nahmen kein Ende, so dass nach dem Mittagessen weitere beantwortet werden mussten.

Der praktische Teil am Nachmittagfand bei uns auf dem Gestüt Felsenhof am Winterstall statt. Eigentlich hatten wir im März mit frühlingshaften Temperaturen gerechnet, aber der Winter in der Eifel ist in diesem Jahr nochmal länger als sonst und sehr schneereich, so dass Overall und Co. angesagt war. Kaffee und Kuchen –organisiert von unserer Ehrenvorsitzenden Angelika Botz und der Schatzmeisterin Suse Weitkemper- fanden also mehr Zuspruch als die kalten Getränke.

Dann ging es ins Detail: Passend hatte eines meiner Pferde einige Tage vor dem Seminar an der Longe Probleme beim Biegen auf der linken Hand gezeigt. Es wurde als Anschauungsobjekt erst osteopathisch, dann mit dem Laser behandelt. Nach der Behandlung konnten die Teilnehmer sofort den Unterschied und die Veränderung im Gangbild erkennen.
Weitere zwei Pferde hatten Mini-Blockaden, was in der Herdenhaltung ja nicht ausbleibt, die auch direkt behoben wurden.
Danach wurde die unterschiedliche Bemuskelung am Beispiel vom gut trainierten Sportpferd über das Nachwuchssportpferd bis zum angerittenen Youngster beurteilt und einige Dehnungsübungen gezeigt.
Ein großes Thema war dann noch die Sattelfrage. Es wurden passende und nicht passende Sättel aufgelegt, um die Unterschiede anschaulich zu demonstrieren. Weiterhin wurden verschiedene Gebisse in Augenschein genommen und mit dem Fazitdiskutiert, dass eine zum Pferd passende Ausrüstung neben gutem Reiten die beste Maßnahme zur Vorsorge ist.

Insgesamt war es ein lehrreicher Tag für alle Teilnehmer, die sich herzlich bei Susi bedankten.
Vielen Dank auch an Jörg Birgel für die vielen Fotos.

Astrid Paulus, Sportwartin des LV-Rheinland